Gutes Olivenöl ist kein Zufallsprodukt – sondern das Ergebnis von sorgfältiger Arbeit, Erfahrung und einem sensiblen Umgang mit einem Naturprodukt. Das Schweizer Olivenölpanel prüft Olivenöle auf ihre Qualität und bietet sogar eine Ausbildung für eine Sensorik-Lizenz Olivenöl an.
Die gute Nachricht: Auch als nicht-lizenzierte Sensoriker:in kann man Olivenöl degustieren und Qualitäten oder Fehler erkennen.
Was inzwischen wohl den allermeisten klar ist: «extra vergine» muss ein gutes Olivenöl sein. Doch wofür steh «extra vergine» überhaupt?
Was bedeutet «extra vergine»?
Extra vergine, zu Deutsch «nativ extra», ist die Bezeichnung für die höchste Güteklasse von Olivenöl und garantiert folgende Qualitäten:
- ausschliesslich mechanisch gewonnen
- sehr niedriger Säuregehalt (≤ 0,8 %)
- keine sensorischen Fehler in Geruch oder Geschmack
Was also ist nun «gutes» Olivenöl extra vergine? Um diese Frage zu beantworten, hilft es, einen kurzen Blick auf die Herstellung von Olivenöl zu werfen.
Vom Baum in die Flasche in nur einem Tag
Die Weichen für ein hochwertiges Öl werden bereits bei der Ernte gestellt, denn um ein Olivenöl von Qualität herstellen zu können, ist folgendes entscheidend:
- Die Verwendung von gesunden, frischen Oliven
- Eine schnelle Verarbeitung am selben Tag der Ernte
- Das fertige Olivenöl sollte möglichst wenig Sauerstoffkontakt haben
Schon kleine Fehler im Prozess können den Geschmack und somit die Qualität deutlich beeinträchtigen.
Die Erntezeit für Oliven beginnt im Oktober. Zu diesem Zeitpunkt sind die meisten Früchte noch grün und somit genau richtig für die Herstellung von intensivem, fruchtigem Olivenöl extra vergine. Direkt nach der Ernte werden die Oliven in die Ölmühle gebracht, wo sie noch am selben Tag zu Olivenöl verarbeitet werden. Wenn Oliven nach der Ernte nicht sofort verarbeitet werden, kann ein Gärungsprozess einsetzten, was die Qualität des Öls beeinträchtig.
Olivenöl extra vergine wird ausschliesslich mechanisch gewonnen – also ohne chemische Zusätze. Die Früchte werden gewaschen und samt Kern zu einem Olivenbrei zerkleinert und gemahlen, dieser Vorgang nennt sich Malaxation.
Anschliessend wird die Masse zentrifugiert. Durch die schnelle Rotation in der Zentrifuge entstehen Fliehkräfte, welche Öl, Wasser und Feststoffe trennen – wie bei einer Salatschleuder. Durch die unterschiedlichen Dichten der Bestandteile, kann das Öl extrahiert, gefiltert und anschliessend unter möglichst wenig Sauerstoffkontakt abgefüllt werden.